
Matcha oder Hojicha: Koffein richtig einordnen
Enthält Matcha mehr Koffein als Hojicha? Die hilfreiche Antwort hängt vor allem von der Zubereitung ab, nicht von einer universellen Zahl. Matcha wird als gemahlenes Teeblatt getrunken, Hojicha meist aufgegossen. Teematerial, Dosierung, Wasser und Ziehzeit verändern daher die Menge in der Tasse. Diese Seite konzentriert sich auf Koffein; den umfassenden Vergleich finden Sie in unserem Matcha-und-Hojicha-Guide.
Warum eine feste Zahl nicht verlässlich ist
Eine „Tasse“ ist kein standardisiertes Rezept. Für Matcha kann unterschiedlich viel Pulver verwendet werden; Hojicha gibt es als Blatttee oder Pulver; ein Latte verändert die Teemenge, nicht aber unbedingt die Tassengrösse. Auch Produkt und Zubereitung beeinflussen den Koffeingehalt. Die EFSA weist für gewöhnliche Getränke ebenfalls darauf hin, dass ihre Richtwerte nur Näherungen sind, weil Koffeingehalt und Portionsgrössen innerhalb und zwischen Ländern schwanken. Zur Orientierung nennt sie etwa 90 mg für 200 ml Filterkaffee und 50 mg für 220 ml Schwarztee – keine Angaben für Matcha oder Hojicha.
Der Vergleich sollte deshalb in der Richtung bleiben: Das ganze Matcha-Pulver zu trinken ist etwas anderes als Blätter aufzugiessen. Ohne produktspezifische Laboranalyse sollte keine Marke eine feste Koffeinmenge versprechen. Bei aufgebrühtem Tee zeigen Studien zudem, dass Temperatur, Ziehzeit und Servierform das gemessene Koffein deutlich verändern. EFSA-Hinweise lesen und die Studie zu Brühbedingungen.
Was die Verarbeitung verändert
Matcha ist fein gemahlenes Grünteepulver, das Blatt wird mitgetrunken. Hojicha ist gerösteter japanischer Grüntee; die Röstung erzeugt die toastigen Aromen. Teematerial, Röstung und Aufgussmethode sind von Produzent zu Produzent nicht einheitlich. Forschung zu geröstetem Grüntee dokumentiert Veränderungen bei Aroma und Catechinen, rechtfertigt aber keine universelle Aussage über einen prozentual geringeren Koffeingehalt. Studie zur Röstung von Grüntee.
Praktisch auswählen
- Wählen Sie Matcha, wenn Sie ein lebendiges, pflanzliches Teeritual suchen und die Pulvermenge an Ihr Rezept anpassen möchten.
- Wählen Sie Hojicha, wenn Sie geröstete, nussige Noten bevorzugen und Koffein über Teemenge und Ziehzeit steuern möchten.
- Bei Koffeinempfindlichkeit, Schwangerschaft, Medikamenten oder Schlafproblemen sollten Sie jeden Tee als Koffeinquelle betrachten und sich passend beraten lassen.
Der Zeitpunkt ist wichtiger als ein Marketingetikett. Laut EFSA kann eine Einzeldosis von 100 mg bei manchen Erwachsenen den Schlaf beeinflussen, wenn sie kurz vor dem Zubettgehen konsumiert wird; individuelle Reaktion und die gesamte Tagesmenge zählen. Eine kleinere Portion, eine leichtere Zubereitung und ein früherer Zeitpunkt helfen, die Routine anzupassen, ohne einen Tee als koffeinfrei zu behandeln.
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